Alzheimer-Früherkennung: Neue PET-Scanner erkennen Krankheit Jahre früher
16.06.2026 - 11:32:37 | boerse-global.de
Neue Technologien sollen die Krankheit jetzt Jahre früher erkennen.
PET-Scanner mit 20-facher Auflösung
Seit Juni 2026 läuft am Universitätsklinikum Leuven ein neuer PET-Scanner im Routinebetrieb. Der NeuroExplorer von United Imaging Healthcare liefert eine bis zu 20-mal höhere Detailgenauigkeit als herkömmliche Systeme. Damit lassen sich biologische Prozesse in kleinsten Gehirnstrukturen im Millimeterbereich darstellen.
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In der sechsmonatigen Testphase scannte das Gerät bereits über 400 Patienten. Das Ziel: Anzeichen von Alzheimer, Parkinson oder ALS Jahre vor den ersten Symptomen sichtbar machen. Die hochauflösenden Bilder helfen auch Neurochirurgen bei der präzisen Platzierung von Elektroden oder der Entfernung von Mikrotumoren.
Bluttests erkennen Alzheimer frühzeitig
Parallel zur Bildgebung machen labordiagnostische Verfahren Fortschritte. Roche hat die CE-Kennzeichnung für einen pTau217-Bluttest erhalten. Der Test weist Amyloid-Pathologien im Gehirn über eine einfache Blutprobe nach – ebenfalls Jahre vor Symptombeginn. Die diagnostische Genauigkeit liegt deutlich über der rein klinischen Einschätzung.
Digitale Methoden ergänzen das Angebot. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) testete die neotivTrials-App an 20 2 Teilnehmern zwischen 52 und 85 Jahren. Ergebnis: Smartphone-basierte Gedächtnistests erfassen kognitive Veränderungen schneller als herkömmliche Verfahren. Bereits wenige Monate regelmäßiger Tests lieferten Daten, die mit jahrelangen klinischen Beobachtungen korrelierten.
Blutdruck als Risikofaktor – in beide Richtungen
Die Forschung entdeckt zudem neue Zusammenhänge. Eine Analyse von Daten fast 800.000 Teilnehmern aus der UK Biobank und der US-Studie „All of Us“ zeigt: Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen erhöhen das Alzheimer-Risiko um das 1,5-Fache. Chronisch niedriger Blutdruck (Hypotonie) ist noch riskanter – in der britischen Kohorte stieg das Risiko um das 2,74-Fache.
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Untersuchungen der Universität Leipzig belegen, dass Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen bereits bei 20- bis 39-Jährigen mit schlechterer kognitiver Leistung korrelieren. Prävention muss also früh im Leben ansetzen.
Neue Wirkstoffe und internationale Forschung
In der medikamentösen Forschung gibt es vielversprechende Ansätze. Forscher der ETH Zürich stellten den Wirkstoff CPD10 vor, der in Tiermodellen das Enzym GRK2 stabilisiert und Mitochondrien schützt. Das reduzierte Beta-Amyloid-Plaques. Ein weiterer Kandidat, Cu(ATSM) der Monash University, senkte Amyloid-beta-Werte in Laborversuchen um 42 Prozent.
Für die kommenden Jahre sind verstärkte internationale Kooperationen geplant. Die Leducq Foundation fördert ein Transatlantic Network of Excellence mit neun Millionen US-Dollar – beteiligt sind unter anderem die Universität Magdeburg und die Harvard University. Das Projekt zur Erforschung der zerebralen Amyloidangiopathie startet Anfang 2027. Und Mitte Juni 2026 werden in London vorläufige Ergebnisse der Evanthea-Studie erwartet, die personalisierte Präzisionsmedizin bei früher Demenz untersucht.
