ErnÀhrungsmedizin: Jo-Jo-Effekt weniger schÀdlich als gedacht
15.05.2026 - 05:23:22 | boerse-global.deLange galt der Jo-Jo-Effekt als gesundheitsschĂ€dlich â doch das stimmt offenbar nicht.
Jo-Jo-Effekt: Alte Ăngste widerlegt
Prof. Magkos aus Kopenhagen und Prof. Stefan vom Deutschen Zentrum fĂŒr Diabetesforschung (DZD) haben die Daten neu ausgewertet. Ihr Fazit: Es gibt keine ĂŒberzeugenden Belege fĂŒr langfristige SchĂ€den durch Gewichtsschwankungen bei Adipositas.
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Zwar kehrt das gesundheitliche Risiko mit der erneuten Zunahme auf das Ausgangsniveau zurĂŒck. Es steigt jedoch nicht darĂŒber hinaus an. Die Forscher raten daher davon ab, Patienten aus Angst vor dem Jo-Jo-Effekt von Abnehmversuchen abzuschrecken. Jeder Gewichtsverlust sei zunĂ€chst als Erfolg zu werten.
Bewegung als SchlĂŒssel zur Stabilisierung
Die European Association for the Study of Obesity (EASO) untersuchte, wie sich die erneute Gewichtszunahme vermeiden lÀsst. In einer Gruppe von 3.758 Erwachsenen zeigte sich: Körperliche AktivitÀt spielt die entscheidende Rolle.
Probanden, die wÀhrend der Abnehmphase etwa 8.500 Schritte tÀglich absolvierten, verloren mit 4,39 Prozent signifikant mehr Gewicht. Um den Erfolg zu stabilisieren, reichten rund 8.241 Schritte pro Tag. Jede zusÀtzlichen 1.000 Schritte erhöhen die Chance auf eine dauerhafte Gewichtsstabilisierung messbar.
Probiotika: HoffnungstrÀger Akkermansia
Ein Bakterium namens Akkermansia muciniphila steht im Fokus der Forschung. Eine Studie der UniversitÀt Maastricht untersuchte die Wirkung einer pasteurisierten Form dieses Bakteriums nach einer achtwöchigen Formula-DiÀt mit 900 Kilokalorien tÀglich.
Die Ergebnisse sind vielversprechend: Von den 84 Teilnehmern nahmen jene, die das Probiotikum MucT erhielten, innerhalb von 24 Wochen lediglich 1,2 Kilogramm wieder zu. Die Placebogruppe verzeichnete dagegen einen Anstieg von 3,2 Kilogramm. 16 Probanden konnten ihr Gewicht sogar weiter reduzieren.
ErnĂŒchterung bei herkömmlichen Probiotika
Gleichzeitig dÀmpfen andere Analysen die hohen Erwartungen. Eine Metaanalyse von 22 Studien mit insgesamt 1.068 Probanden kam zu dem Schluss: Probiotika verÀndern die Vielfalt des Darmmikrobioms bei gesunden Menschen kaum oder gar nicht.
Dirk Haller von der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen verglich den Effekt mit einem Tropfen auf den heiĂen Stein. Belege fĂŒr eine Wirksamkeit gibt es demnach vor allem bei spezifischen Erkrankungen wie Reizdarm, Colitis ulcerosa oder Antibiotika-assoziiertem Durchfall. Eine prĂ€ventive Wirkung gegen Allergien sei nicht nachgewiesen.
Timing ist alles: Chrononutrition
Neben der Frage nach dem âWasâ rĂŒckt der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme in den Fokus. Eine Studie des Deutschen Instituts fĂŒr ErnĂ€hrungsforschung (DIfE) und der CharitĂ© untersuchte den Einfluss des NĂ€hrstoff-Timings auf die GenaktivitĂ€t im Fettgewebe.
Bei 29 ĂŒbergewichtigen MĂ€nnern identifizierten die Forscher 1.386 Gene, deren AktivitĂ€t tageszeitlichen Schwankungen unterliegt. Die Ergebnisse deuten darauf hin: Eine fettreiche Kost am Morgen und eine kohlenhydratreiche Mahlzeit am Abend können die InsulinsensitivitĂ€t verbessern. Umgekehrt scheint eine hohe Fettaufnahme am Abend EntzĂŒndungsgene zu aktivieren.
Praktische Tipps: Die 20:80-Regel
Der ErnĂ€hrungsmediziner Matthias Riedl empfiehlt ein einfaches Prinzip: 80 Prozent der bisherigen Gewohnheiten beibehalten, 20 Prozent gezielt verĂ€ndern. Konkret rĂ€t er zur Reduktion schnell verwertbarer Kohlenhydrate wie Brot, Nudeln und Reis â zugunsten von GemĂŒse, hochwertigen Fetten wie Olivenöl und ausreichend Protein.
HĂŒlsenfrĂŒchte senken Bluthochdruck
Eine groĂangelegte Metaanalyse im Fachjournal BMJ Nutrition Prevention & Health untermauert die Bedeutung von HĂŒlsenfrĂŒchten und Sojaprodukten. Daten von ĂŒber 300.000 Menschen belegen: Der regelmĂ€Ăige Verzehr von Linsen, Bohnen oder Kichererbsen senkt das Risiko fĂŒr Bluthochdruck um 16 Prozent.
Bei Sojaprodukten wie Tofu betrĂ€gt die Risikoreduktion sogar 19 Prozent. Der stĂ€rkste schĂŒtzende Effekt zeigte sich bei einer tĂ€glichen Zufuhr von etwa 170 Gramm HĂŒlsenfrĂŒchten oder 60 bis 80 Gramm Soja.
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Das verlorene Mikrobiom
Eine internationale Studie unter Beteiligung von Harvard und dem Max-Planck-Institut zeigt: Unser Darmmikrobiom ist heute weniger divers als in vorindustriellen Zeiten. Die Analyse historischer Proben bis zum Jahr 1000 n. Chr. ergab, dass etwa 38 Prozent der damaligen Mikroorganismen dem heutigen Menschen gÀnzlich fehlen.
Das könnte die AnfĂ€lligkeit fĂŒr moderne Zivilisationskrankheiten erklĂ€ren. Fachleute wie Dr. Felix Bertram betonen: Eine dauerhafte Gesundheit erreicht man weniger durch kurzfristige DiĂ€ten als durch eine konstante Lebensweise an fĂŒnf bis sechs Tagen pro Woche.
Ausblick: Personalisierte ErnÀhrung
Die Zukunft gehört der personalisierten ErnĂ€hrung durch Mikrobiom-Analysen. Bereits jetzt zeigen Studien, dass solche Analysen Folgeerkrankungen bei Pankreatitis-Patienten vorhersagen können. Die Akademie fĂŒr Darmgesundheit plant fĂŒr den 15. Juni 2026 eine Fachfortbildung zur Rolle des Mikrobioms bei Schlaganfall-Patienten.
Die Darmgesundheit wird zunehmend als zentraler Faktor fĂŒr die systemische Gesundheit verstanden â weit ĂŒber die reine Verdauung hinaus.
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