Deutschland, Berlin

Behörden-Daten: Schon mehr als 800 Hitzetote in Deutschland

02.07.2026 - 09:14:33 | dpa.de

Hohe Temperaturen gehen oft mit mehr SterbefÀllen einher. Schon vor den schlimmsten Hitzetagen gab es in Deutschland hunderte solche FÀlle - vor allem in einer Altersgruppe.

  • Die sogenannte hitzebedingte MortalitĂ€t betrifft vor allem Ă€ltere Menschen (Archivbild).  - Bild: Christoph Reichwein/dpa
    Die sogenannte hitzebedingte MortalitÀt betrifft vor allem Àltere Menschen (Archivbild). - Bild: Christoph Reichwein/dpa
  • Der Bericht umfasst nicht die jĂŒngste Hitzewelle (Archivbild).  - Bild: Christoph Reichwein/dpa
    Der Bericht umfasst nicht die jĂŒngste Hitzewelle (Archivbild). - Bild: Christoph Reichwein/dpa
Die sogenannte hitzebedingte MortalitĂ€t betrifft vor allem Ă€ltere Menschen (Archivbild).  - Bild: Christoph Reichwein/dpa Der Bericht umfasst nicht die jĂŒngste Hitzewelle (Archivbild).  - Bild: Christoph Reichwein/dpa

Schon vor den schlimmsten Hitzetagen hat es in Deutschland nach SchÀtzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Jahr mehr als 800 hitzebedingte TodesfÀlle gegeben. Bis zum 21. Juni starben demnach rund 500 Menschen im Alter von 85 oder mehr Jahren hitzebedingt. Bei den 75- bis 84-JÀhrigen waren es etwa 190 Menschen, bei den 65- bis 74-JÀhrigen geschÀtzt 80 und bei denen unter 65 Jahren etwa 40.

Typischerweise gebe es in Sommerwochen mit einer mittleren Temperatur ĂŒber 20 Grad deutlich höhere Sterblichkeitswerte im Vergleich zu kĂŒhleren Sommerwochen, hieß es im RKI-Wochenbericht zur hitzebedingten MortalitĂ€t in diesem Sommer. In der Woche vom 15. bis 21. Juni lag der Durchschnitt ĂŒber die Tages- und Nachttemperaturen dem RKI zufolge bei 21,1 Grad und damit oberhalb der Schwelle, ab der ein merklicher hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit zu erwarten ist. 

Erfasst ist in der aktuellen RKI-SchÀtzung die Entwicklung vom 6. April bis zum 21. Juni. Die extreme Hitzephase in Deutschland begann verbreitet erst in den Tagen danach, erste Daten zu hitzebedingten TodesfÀllen in dieser Zeit werden in der kommenden Woche vorgestellt.

Direkte Erfassung ist nicht möglich

«In einigen FĂ€llen, zum Beispiel beim Hitzeschlag, fĂŒhrt die Hitzeeinwirkung unmittelbar zum Tod, wĂ€hrend in den meisten FĂ€llen die Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen zum Tod fĂŒhrt», hieß es vom RKI. Daher werde Hitze auf dem Totenschein normalerweise nicht als die zugrundeliegende Todesursache angegeben. Stattdessen werde das Ausmaß hitzebedingter TodesfĂ€lle mit Hilfe statistischer Methoden geschĂ€tzt. 

Die Auswertung basiert demnach auf Daten des Statistischen Bundesamts zu SterbefĂ€llen und Lufttemperaturdaten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die auf Bundesland-Ebene gemittelt wurden. Die Zahlen der letzten neun bisher berĂŒcksichtigen Wochen können noch durch Nachmeldungen beeinflusst werden, wie es vom RKI hieß.

Deutlich höhere Zahlen im nÀchsten Bericht?

Mit der Auswertung der Tage ab dem 21. Juni dĂŒrfte die Zahl erfasster hitzebedingter TodesfĂ€lle zudem deutlich steigen: Zum Monatsende hatte es eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle mit regional ĂŒber 40 Grad gegeben. Mehrfach waren Temperaturrekorde gebrochen worden.

2018 waren mehr als 8.000, im Jahr darauf etwa 7.000 hitzebedingte SterbefĂ€lle erfasst worden, wie das RKI mitteilte. In den Jahren 2023, 2024 und 2025 waren es jeweils um die 3.000 FĂ€lle, 2021 unter 2.000. «Diese Unterschiede können auf die unterschiedlich ausgeprĂ€gten Hitzeperioden zurĂŒckgefĂŒhrt werden.»

Die RKI-Daten zeigen zudem, dass mehr Frauen als MĂ€nner versterben - was sich auf den hohen Frauenanteil in den Ă€lteren Altersgruppen zurĂŒckfĂŒhren lasse.

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