Intervallfasten bei Senioren: Lange Essenspausen hängen mit mehr Krankheiten zusammen
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 11:08 Uhr | Redaktion boerse-global.deIntermittierendes Fasten gilt in vielen Bevölkerungsgruppen als populäre Ernährungsform zur Förderung der Gesundheit. Bei älteren Menschen könnte der Verzicht auf Nahrung über längere Abschnitte des Tages jedoch unerwünschte Folgen nach sich ziehen.
Eine Langzeituntersuchung des schwedischen Karolinska Institutet beleuchtet die Zusammenhänge zwischen ausgedehnten Essensintervallen und der Entwicklung chronischer Leiden bei Seniorinnen und Senioren.
Erhöhtes Risiko für Multimorbidität bei langen Fastenphasen
Die im Journal of Internal Medicine erschienene Untersuchung eines Teams um Kalmbach analysierte die Gesundheitsdaten von 2.981 Einwohnern Stockholms ab 60 Jahren über einen Nachbeobachtungszeitraum von bis zu 15 Jahren.
Im Mittelpunkt stand der Vergleich zwischen Personen mit einem maximalen Essensintervall von 14 bis 24 Stunden und solchen mit Intervallen von 6 bis 11,5 Stunden.
Dabei zeigte sich, dass ein langes Fastenintervall von 14 bis 24 Stunden mit einer schnelleren Zunahme chronischer Krankheiten assoziiert war. Insgesamt wurden im Studienverlauf 60 chronische Krankheiten erfasst, um das Ausmaß an Multimorbidität zu bestimmen.
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Der statistische Zusammenhang galt sowohl für die Gesamtzahl chronischer Erkrankungen als auch für Herz-Kreislauf- und neuropsychiatrische Erkrankungen. Bei Muskel-Skelett-Erkrankungen ließ sich ein solcher Zusammenhang hingegen nicht feststellen.
Ausgeprägte Effekte bei Menschen über 78 Jahren
Die Auswertungen verdeutlichen, dass das Lebensalter die Ausprägung dieses Effekts maßgeblich beeinflusst. Die beschleunigte Zunahme chronischer Erkrankungen zeigte sich am deutlichsten bei Personen im Alter von über 78 Jahren. In dieser Altersgruppe ermittelten die Forscher zudem ein besonders hohes Risiko für metabolische Anomalien.
Aus geriatrischer Sicht bergen ausgedehnte Nahrungspausen im fortgeschrittenen Alter mehrere spezifische Gefahren. Als zentrale Risiken gelten Sarkopenie – der fortschreitende Verlust von Muskelmasse und Muskelfunktion –, metabolische Instabilität sowie eine veränderte Pharmakokinetik bei der Einnahme von Medikamenten. Längere Fastenphasen können beeinflussen, wie Arzneistoffe im Körper aufgenommen und verarbeitet werden.
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Fachliche Einordnung und Ernährungsempfehlungen
Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die beobachteten Zusammenhänge keinen Kausalitätsnachweis darstellen. Dennoch leiten sich aus den Ergebnissen wichtige Vorsichtsmaßnahmen für den Alltag älterer Menschen ab.
Personen ab 60 Jahren mit bestehender Multimorbidität, unabsichtlichem Gewichtsverlust oder anhaltender Appetitlosigkeit sollten vor Beginn längerer Fastenintervalle zwingend ärztliche Rücksprache halten. Um das Risiko einer Mangelernährung zu minimieren und den Erhalt der Muskulatur zu unterstützen, empfiehlt die Untersuchung stattdessen fraktionierte Mahlzeiten über den Tag verteilt.
