Krafttraining: 90 Minuten pro Woche senken Todesfallrisiko
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 19:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de
2025 trainierten insgesamt 15,16 Millionen Menschen in Fitness- und Gesundheitsanlagen – ein neuer Rekord.
Das zeigt die Studie „Eckdaten der Fitnesswirtschaft DACH 2026“ der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der SAFS Hochschule. Demnach gibt es im DACH-Raum 12.495 Betriebsstätten. Die Erhebung entstand in Kooperation mit den Verbänden DSSV und swiss active.
Deutschland führt das Wachstum an
Mit 12,36 Millionen Mitgliedern legte Deutschland um 5,6 Prozent zu. Der Branchenumsatz kletterte auf 6,25 Milliarden Euro. Ähnliche Raten zeigen die Nachbarländer: Österreich verzeichnete 1,35 Millionen Mitglieder (plus 5,8 Prozent) bei einem Umsatz von 697,9 Millionen Euro. In der Schweiz stieg die Zahl auf 1,45 Millionen (plus 5,8 Prozent), der Umsatz erreichte 1,362 Milliarden Schweizer Franken.
Training als Medizin: Belege aus der Forschung
Doch die Branche liefert nicht nur wirtschaftliche Zahlen. Wissenschaftliche Studien belegen zunehmend den gesundheitlichen Nutzen. Eine Evaluation des BQS Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbands untersuchte 172 Präventionsangebote. Ergebnis: Bei 20,1 Prozent der Teilnehmenden besserten sich Beschwerden des Bewegungsapparats nachhaltig. 13,9 Prozent berichteten von einer Steigerung ihres allgemeinen Gesundheitszustands.
Eine Analyse der Harvard University im British Journal of Sports Medicine (2026) geht noch weiter: Bereits 90 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko eines vorzeitigen Todes. Als besonders effektiv gelten Übungen wie der Einbeinstand, die Glute Bridge und die Plank.
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Herausforderungen für Betreiber
Trotz der positiven Entwicklung stehen Studiobetreiber vor strukturellen Problemen. Branchenexperten wie Janosch Marx und Ulf Camehn betonten in einer aktuellen Fachdiskussion: Ab dem zweiten Standort braucht es gefestigte Organisationsstrukturen. Wer im Wettbewerb bestehen will, muss auf Relevanz statt Austauschbarkeit setzen. Entscheidend sind eine gezielte Zielgruppenansprache und intensive persönliche Betreuung.
Auch die Hausordnung rückt in den Fokus. Der Arbeitgeberverband DSSV empfahl eine strikte Null-Toleranz-Politik gegenüber Alkohol, Cannabis und anderen Drogen während der Arbeits- und Trainingszeit. Bei Verstößen können Betreiber den Zutritt verweigern oder Verträge kündigen.
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Rekordetat für den Sport
Die Politik erkennt die wachsende Bedeutung des Sports. Die Bundesregierung plant für 2027 einen Rekord-Sportetat von 361,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2024 lag der Haushalt bei 282,55 Millionen Euro, 2025 bei 333 Millionen Euro, für 2026 sind 359 Millionen Euro vorgesehen.
Eingeplant sind unter anderem 4,5 Millionen Euro für die Grundförderung der Sporthilfe und 6 Millionen Euro für eine mögliche Olympiabewerbung. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) merkte jedoch an: Die Mittel für die geforderte „Sportmilliarde“ seien weiterhin nicht vollständig gedeckt.
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