Kryptobetrug: Banken haften jetzt auch bei Kundenfehler
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 20:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Urteile und EU-Richtlinien machen GeldhĂ€user verstĂ€rkt haftbar â auch wenn Kunden selbst auf BetrĂŒger hereingefallen sind.
Verbraucherrechte gestÀrkt
Die rechtliche Position von Bankkunden hat sich 2026 deutlich verbessert. Entscheidungen des EuropĂ€ischen Gerichtshofs stĂ€rken die Rechte bei nicht autorisierten Zahlungen. Laut Paragraf 675u BGB mĂŒssen Banken nicht genehmigte Transaktionen sofort erstatten.
Der eigentliche Wendepunkt betrifft aber FĂ€lle, in denen Kunden durch Betrug zur Zahlung verleitet wurden. Auch dann haften Institute, wenn sie ihre Schutzpflichten verletzen. Die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 schreibt starke Authentifizierung und lĂŒckenloses Transaktionsmonitoring vor.
Gerichtsurteil mit Signalwirkung
Das Oberlandesgericht Linz entschied auf Schadenteilung zwischen Bank und Kunde. Grund: Das automatisierte Betrugserkennungssystem der Bank hatte nicht ausreichend reagiert.
Die Dimension des Problems ist enorm. Im EuropĂ€ischen Wirtschaftsraum entstand 2024 ein Schaden von 4,2 Milliarden Euro durch Zahlungsbetrug. Allein 2,5 Milliarden Euro entfielen auf Ăberweisungen.
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Aktuelle Betrugswelle trifft Volkswagen Bank
Kriminelle haben derzeit Kunden der Volkswagen Bank im Visier. Sie setzen auf Phishing, Smishing (SMS-Betrug) und Vishing (Telefonbetrug), um Zugangsdaten zu stehlen.
Experten raten Betroffenen zur sofortigen Sperrung von Konten und Karten. Beweise sollten gesichert werden. Selbst bei grober FahrlĂ€ssigkeit des Kunden mĂŒssen Banken BetrĂ€ge zunĂ€chst erstatten.
Parallel warnt die BaFin vor betrĂŒgerischen Handelsplattformen wie ultimaglobal.net und ubk-markets.com. Besonders perfide: Kriminelle missbrauchen die öffentliche BaFin-Datenbank, um Fake-Festgeldangebote seriös wirken zu lassen.
KI als neue Gefahr
Der Einsatz KĂŒnstlicher Intelligenz bereitet dem Finanzsektor zunehmend Kopfzerbrechen. Die EZB forderte groĂe EU-Banken auf, bis Oktober 2026 AktionsplĂ€ne gegen KI-gestĂŒtzte Bedrohungen vorzulegen.
Sogenannte Frontier-Modelle können Schwachstellen in Bankensystemen beispiellos schnell identifizieren. Der EuropĂ€ische Systemrisikorat warnt vor systemischen Risiken fĂŒr die gesamte Zahlungsverkehrsinfrastruktur.
Die rasante Entwicklung von KI verschĂ€rft nicht nur Cyberrisiken, sondern bringt durch den EU AI Act auch weitreichende neue Pflichten fĂŒr Unternehmen mit sich. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihrer IT- und Rechtsabteilung den notwendigen Ăberblick ĂŒber Fristen, Risikoklassen und Dokumentationspflichten. E-Book zur EU-KI-Verordnung kostenlos sichern
Das FBI meldete fĂŒr 2025 Verluste durch InternetkriminalitĂ€t in den USA von rund 20,9 Milliarden Euro. Finanzexperten fordern auch in Europa strengere Sicherheitsvorgaben fĂŒr soziale Medien, ĂŒber die ein GroĂteil der Betrugsanbahnungen lĂ€uft.
Neue Regeln fĂŒr Krypto-Gewinne
Auch bei Krypto-Assets stehen regulatorische Ănderungen an. Die Bundesregierung beschloss Anfang Juli einen Haushaltsentwurf, der die Steuer auf Kryptogewinne ab Januar 2027 neu regelt.
Die bisherige einjĂ€hrige Haltefrist fĂŒr Steuerfreiheit soll fallen. Stattdessen plant die Regierung eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent plus SolidaritĂ€tszuschlag. BranchenverbĂ€nde fordern klare Regelungen zum Bestandsschutz fĂŒr Altanleger. Der Entwurf geht im September in die erste Lesung im Bundestag.
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