Mentale Gesundheit: Studie widerlegt Überstunden-Mythos
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 03:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Arbeitswelt wird hektischer – und die Antwort darauf sind immer mehr Programme für mentale Gesundheit, Resilienz und strategische Entschleunigung. Ob für Selbstständige, Führungskräfte oder Einsatzkräfte: Das Angebot wächst rasant.
Mentoring gegen kreatives Chaos
Seit dem 13. Juli 2026 bietet Alexandra Bohlmann ein spezielles Mentoring für kreative Selbstständige an. Ziel ist es, kreatives Chaos produktiv zu nutzen und Stress zu minimieren. Das Paket umfasst Workshops, 1:1-Begleitung, einen vierwöchigen Messengersupport und Resilienz-Trainings für Teams. Bereits im Juni hatte Bohlmann in Fachbeiträgen die Bedeutung von Widerstandsfähigkeit im Handwerk thematisiert.
Parallel dazu drängen digitale Lösungen auf den Markt. Die Plattform „Feuerwehr: Nach dem Einsatz“ wurde im Juli 2026 vorgestellt. Das System von NeuroVoice nutzt das KODEX-Verfahren für eine datensparsame Selbstregulation nach belastenden Einsätzen. Zwar richtet sich das Programm primär an Einsatzkräfte – der Trend zu niederschwelligen, digitalen Impulsen für die psychische Prävention wird hier aber besonders deutlich.
Studie: Überstunden schaden der Karriere
Klassische Vorstellungen von Leistungssteigerung durch Mehrarbeit sind wissenschaftlich widerlegt. Eine Studie der City St George’s University of London vom 12. Juli 2026 zeigt: Überstunden bremsen den langfristigen Karriereerfolg. Rund 51.000 Beschäftigte aus 36 europäischen Ländern nahmen an der Untersuchung teil.
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Die Autoren betonen: Strategisches Arbeiten mit Priorisierung und Delegation sei erfolgreicher als die oft propagierte „Hustle Culture“. Entscheidungsfreiheit am Arbeitsplatz wirke zudem als wesentlicher Puffer gegen Stress. Autonomie ist demnach ein zentraler Faktor für den Erhalt der Leistungsfähigkeit.
Behörden und Institutionen ziehen nach
Auch auf offizieller Ebene wird das Thema ernster genommen. Ein Handbuch der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) vom 26. Juni 2026 definiert psychische Belastungen auf Basis der DIN EN ISO 10075-1. Als Gestaltungsziele für gesunde Arbeit nennt die Behörde Handlungsspielräume, klare Aufgabenstellungen, soziale Unterstützung und planbare Arbeitszeiten.
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Im Bereich der Qualifizierung setzt das Programm EXIST-Women an der HdM Stuttgart auf langfristige Begleitung. Das zwölfmonatige Programm bietet Gründerinnen Mentoring und Community-Unterstützung. Für das Top-Management plant das Fraunhofer IAO ab November 2026 das Programm „Cortex Circle“. Hier sollen neurophysiologische Daten genutzt werden, um kognitive Muster sichtbar zu machen und die Resilienz von C-Level-Führungskräften zu trainieren.
„Nonnamaxxing“ und der Trend zur Entschleunigung
Neben strukturierten Programmen gibt es informelle Bewegungen. Der Trend „Nonnamaxxing“ greift Lebensweisen älterer Generationen auf: Gartenarbeit, Handarbeit und das Pflegen sozialer Kontakte sollen bewusste Entschleunigung ermöglichen. Studien zufolge wirkt sich das positiv auf die mentale Gesundheit aus.
Bildungsexperten sehen Resilienz und Selbstständigkeit zudem als zentrale Zukunftskompetenzen. Ein Auslandsjahr könne Problemlösungskompetenz und interkulturelle Anpassungsfähigkeit stärken. Unternehmen achten bei Neueinstellungen zunehmend auf Persönlichkeit und Eigenverantwortung – Noten rücken in den Hintergrund.
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