Mittagsschlaf im Alter: TÀgliches Nickerchen mit 48 Prozent höherem Demenzrisiko
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 23:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deRegelmĂ€Ăige Ruhepausen am Tag gelten vielen Menschen als Erholung. Eine Untersuchung der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health wirft nun jedoch ein differenziertes Licht auf die Schlafgewohnheiten Ă€lterer Personen: Wer tĂ€glich oder fast tĂ€glich einen Mittagsschlaf hĂ€lt, weist ein um 48 Prozent höheres Risiko auf, an Demenz zu erkranken, als Personen, die selten oder nie am Tag schlafen. Die Ergebnisse der Untersuchung erschienen im Fachjournal The Journals of Gerontology: Series A.
Langzeitdaten aus US-Kohorte
FĂŒr die Untersuchung griffen die Forschenden auf Daten der National Health and Aging Trends Study (NHATS) zurĂŒck. Betrachtet wurden 995 US-Amerikaner ab einem Alter von 65 Jahren, die zu Beginn der Erhebung im Jahr 2013 keine Demenz aufwiesen.
Ăber einen Beobachtungszeitraum von bis zu zehn Jahren zwischen 2013 und 2023 entwickelten 417 der 995 Teilnehmenden â was rund 42 Prozent entspricht â eine mögliche oder wahrscheinliche Demenz.
Bei der Analyse der Schlafgewohnheiten traten deutliche Unterschiede hervor, insbesondere bezĂŒglich der Art des Einschlafens. Unbeabsichtigtes Einnicken war mit einem um 39 Prozent höheren Demenzrisiko verknĂŒpft (Hazard Ratio 1,39). FĂŒr seltene und bewusst geplante Ruhepausen am Tag zeigte sich nach statistischer Adjustierung hingegen kein signifikanter Zusammenhang mit einer Demenzerkrankung.
Dauer des Schlafs und statistische ZusammenhÀnge
Neben der RegelmĂ€Ăigkeit spielte auch die Dauer der TagschlĂ€fchen eine Rolle bei den statistischen Auswertungen. SchlĂ€fchen von höchstens 30 Minuten Dauer standen mit einem um 40 Prozent höheren Demenzrisiko in Verbindung (Hazard Ratio 1,40). Bei Ruhephasen, die mehr als 30 Minuten andauerten, schwĂ€chte sich dieser Zusammenhang nach Adjustierung weiterer Faktoren ab und verlor die statistische Signifikanz.
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Die Forschungsgruppe betont die Grenzen des Studiendesigns: Es handelt sich um eine reine Beobachtungsstudie, weshalb ein ursĂ€chlicher Zusammenhang nicht nachgewiesen ist. Studienleiter Adam Spira erklĂ€rte hierzu, dass ein hĂ€ufigeres Schlafen am Tag eher ein Marker fĂŒr bereits einsetzende HirnverĂ€nderungen sein könnte und nicht zwingend deren Ursache darstelle.
Erstautorin Kening Jiang wies darauf hin, dass die gezielte Beobachtung von Mittagsschlaf-Gewohnheiten dabei helfen könnte, Risikopatienten frĂŒher zu identifizieren und als leicht zugĂ€nglicher Indikator in der Praxis zu dienen.
Hohe Verbreitung von Tagesschlaf und Demenzerkrankungen
Die Thematik betrifft breite Teile der Bevölkerung. Nach Angaben der National Sleep Foundation hÀlt etwa ein Drittel der US-Amerikaner tÀglich einen Mittagsschlaf.
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Gleichzeitig bleibt der kognitive Verfall im Alter eine globale Herausforderung fĂŒr die Gesundheitssysteme. Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge leben weltweit mehr als 55 Millionen Menschen mit einer Demenz.
Zudem verzeichnet die Organisation jĂ€hrlich fast 10 Millionen Neuerkrankungen. Vor diesem Hintergrund gewinnen FrĂŒherkennungsmerkmale und die Beobachtung von VerhaltensĂ€nderungen bei Seniorinnen und Senioren zunehmend an Bedeutung.
