Pflanzliche, Ernährung

Pflanzliche Ernährung könnte 75 Prozent aller Todesfälle verhindern

12.05.2026 - 22:55:54 | boerse-global.de

Ein Expertengremium plädiert für eine Neuausrichtung der Gesundheitsausgaben hin zu mehr Prävention und pflanzlicher Ernährung.

Pflanzliche Ernährung könnte 75 Prozent aller Todesfälle verhindern - Foto: über boerse-global.de
Pflanzliche Ernährung könnte 75 Prozent aller Todesfälle verhindern - Foto: über boerse-global.de

Der Grund: Eine vollwertige, pflanzlich orientierte Ernährung in Kombination mit regelmäßiger Bewegung könnte das Risiko für Zivilisationskrankheiten massiv senken. Diese Erkrankungen sind weltweit für rund 75 Prozent aller Todesfälle verantwortlich.

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Experten fordern: Drei Euro für Prävention, einer für Therapie

Am 11. Mai präsentierte ein internationales Gremium aus 64 Wissenschaftlern in Innsbruck zwei umfassende Reports zur Gesundheitsförderung. Unter der Leitung der Universität Innsbruck und der Pädagogischen Hochschule Tirol betonten die Experten: Die Verankerung von gesunder Ernährung und aktiver Lebensweise muss bereits im Bildungssystem beginnen.

Die Fachleute fordern ein Investitionsverhältnis von drei zu eins zugunsten der Prävention gegenüber therapeutischen Maßnahmen. Ein zentraler Punkt ist die Reform der medizinischen Ausbildung sowie die Förderung tierversuchsfreier Forschungsmethoden.

DGE empfiehlt: 30 Gramm Ballaststoffe täglich

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bekräftigt in aktuellen Mitteilungen die Empfehlung, täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Trotz der bekannten Vorteile für Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten erreichen viele Menschen diesen Wert nicht.

Forscher unterscheiden zwischen löslichen Ballaststoffen – etwa in Hafer oder Äpfeln – die den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen, und unlöslichen Fasern aus Vollkornprodukten, die die Verdauung fördern. Eine Studie der Universität Bonn zeigt: Der tägliche Verzehr von 300 Gramm Haferflocken senkt das LDL-Cholesterin um etwa zehn Prozent.

Matthias Steiner: Von 150 auf 100 Kilo – so klappt's

Am 11. Mai erklärte der frühere Gewichtheber Matthias Steiner auf einer Branchenveranstaltung in Hamburg seinen persönlichen Erfolg. Er reduzierte sein Körpergewicht von 150 auf rund 100 Kilogramm. Solche Erfolge erfordern laut Ernährungsexperten eine fundamentale Umstellung der Essgewohnheiten.

Die Ernährungsberaterin Carolin Kotke warnt vor typischen Frühstücksfehlern. Ein zu hoher Anteil an Fruchtzucker durch Obst oder stark verarbeitete Haferflocken führe zu einem schnellen Blutzuckeranstieg – und damit zu Heißhungerattacken im Tagesverlauf. Empfohlen wird stattdessen eine Kombination aus Proteinen, Ballaststoffen und gesunden Fetten.

Abnehmspritze: Hilfe, aber kein Wundermittel

Die Schauspielerin Elena Uhlig gab heute bekannt, aufgrund gesundheitlicher Probleme auf eine Abnehmspritze zurückzugreifen. Bei einem Ausgangsgewicht von 95 Kilogramm strebt sie eine Reduktion um zwölf Kilogramm an, um weitere körperliche Belastungen zu vermeiden.

Experten weisen darauf hin: Medikamentöse Unterstützung kann hilfreich sein, ist aber kein Ersatz für eine dauerhafte Lebensstiländerung. Sportwissenschaftler stellen zudem klar, dass populäre Trends wie Eisbäder oder grüner Tee kaum messbare Auswirkungen auf den Grundumsatz haben. Der entscheidende Hebel bleibt ein moderates Kaloriendefizit – Muskelaufbau steigert den täglichen Umsatz lediglich um 100 bis 200 Kalorien.

Darmbakterien als FrĂĽhwarnsystem fĂĽr Demenz

Die Forschung zum menschlichen Mikrobiom liefert zunehmend präzisere Daten. Forscher der University of East Anglia entwickelten ein KI-Modell, das Stoffwechselprodukte von Darmbakterien im Blut analysiert. Das System unterschied in Tests mit 79 Prozent Genauigkeit zwischen gesunden Personen und Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung.

Das Mikrobiom könnte künftig als Frühwarnsystem für Demenzerkrankungen dienen. Studien belegen zudem die Modifizierbarkeit der Darmflora durch gezielte Ernährung. Eine Untersuchung des King’s College London aus dem Jahr 2022 zeigte: Der tägliche Verzehr von 56 Gramm Mandeln über vier Wochen erhöht die Produktion von Buttersäure im Darm und stärkt die Darmbarriere.

Schlaf vor 21:30 Uhr fördert gesunde Darmbakterien

Auch der Schlaf spielt eine Rolle. Eine Studie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften vom Oktober 2024 an 88 Kindern ergab: Eine frühe Schlafenszeit vor 21:30 Uhr korreliert mit einem vielfältigeren Mikrobiom – insbesondere durch eine höhere Präsenz des nützlichen Bakteriums Akkermansia muciniphila.

US-Forscher wiesen zudem im Januar 2026 in Versuchen an Mäusen nach: Das menschliche Mikrobiom beeinflusst die Genexpression für die Energieproduktion im Gehirn. Das erlaubt Rückschlüsse auf die evolutionäre Entwicklung des menschlichen Gehirns.

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Wenn gesunde Ernährung krank macht

Trotz der wissenschaftlichen Fundierung beobachten Soziologen und Mediziner eine Tendenz zur Radikalisierung der Ernährung. Eine Dokumentation des Westdeutschen Rundfunks, die im Mai ausgestrahlt wird, thematisiert die Orthorexie – den krankhaften Zwang, sich gesund zu ernähren.

Experten warnen davor, Ernährung als Ersatzreligion zu begreifen. Sie plädieren für einen achtsamen, aber entspannten Umgang mit Lebensmitteln.

Zwölf Grundlebensmittel für eine gesunde Basis

Der Ernährungsberater Rob Hobson veröffentlichte heute eine Liste von zwölf Grundlebensmittel, die für eine ausreichende Versorgung mit Proteinen und Ballaststoffen sorgen sollen – darunter Eier, Hülsenfrüchte, Joghurt und Blattgemüse. Studien der Tufts University untermauern dies am Beispiel von Joghurt: Regelmäßiger Konsum kann das Risiko für Bluthochdruck signifikant senken.

Dennoch bleibt der Einfluss der Ernährung auf bestimmte Faktoren wie den Cholesterinspiegel begrenzt. Hier spielt die Genetik oft die entscheidende Rolle. Trotzdem bietet ein gesunder Lebensstil enorme Vorteile: Ein Rauchstopp senkt das Herzinfarktrisiko um etwa 50 Prozent – medikamentöse Statine erzielen eine Reduktion von rund 20 Prozent.

Klimawandel treibt Nierenstein-Risiko

Die Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit nehmen durch den Klimawandel weiter zu. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie warnte am 11. Mai vor einem steigenden Risiko für Nierensteine aufgrund zunehmender Hitzeperioden. Allein im Jahr 2024 wurden über 113.000 Krankenhausbehandlungen wegen Steinleiden registriert.

Die Experten raten zu einer Trinkmenge von mindestens 2,5 Litern pro Tag und einer Reduktion von Salz und tierischem EiweiĂź.

Die Zukunft der Ernährungswissenschaft liegt in der Verbindung von hochmoderner Diagnostik – wie der Mikrobiomanalyse – und einer Rückbesinnung auf vollwertige, pflanzliche Kost. Ob die in Innsbruck geforderten Bildungsreformen gelingen, wird zeigen, ob sich die Prävention nachhaltig im Alltag verankern lässt.

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