Rauchstopp, Blutdruck

Rauchstopp: Blutdruck sinkt nach 20 Minuten, Herzinfarkt-Risiko nach 15 Jahren

31.05.2026 - 09:18:28 | boerse-global.de

Ein Rauchstopp senkt Blutdruck und Krebsrisiko deutlich. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Tabakkonsums belaufen sich auf über 97 Milliarden Euro jährlich.

Rauchstopp: Blutdruck sinkt nach 20 Minuten, Herzinfarkt-Risiko nach 15 Jahren - Foto: über boerse-global.de
Rauchstopp: Blutdruck sinkt nach 20 Minuten, Herzinfarkt-Risiko nach 15 Jahren - Foto: über boerse-global.de

Das zeigen aktuelle Daten der Helios Poliklinik Berlin-Buch und der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Innerhalb von acht Stunden normalisiert sich der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut, die Sauerstoffkonzentration steigt.

Nach zwei Tagen regenerieren sich Geruchs- und Geschmackssinne. Innerhalb von zwei Wochen bis drei Monaten stabilisieren sich Kreislauf und Lungenfunktion. Langfristig sind die Effekte noch deutlicher: Nach fünf Jahren halbiert sich das Risiko für Lungenkrebs. Nach 15 Jahren erreicht das Herzinfarkt-Risiko wieder das Niveau eines Nichtrauchers.

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Dr. Sofia Teichert von der Helios Poliklinik rät zu einem konsequenten, sofortigen Ausstieg. Eine schrittweise Reduktion sei weniger effektiv.

Rauchen schädigt das Gehirn – und die Lungenflora

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) stuft Rauchen als zweitgrößten Risikofaktor für ischämische Schlaganfälle ein. Das Demenz-Risiko liegt bei Rauchern um ein Drittel höher, das Alzheimer-Risiko steigt um 40 Prozent. Wer aufhört, senkt sein Demenz-Risiko langfristig wieder auf das Niveau von Nichtrauchers.

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Professor Bernd Schmidt von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) betont: Selbst ein Rauchstopp mit über 70 Jahren bringt noch gesundheitliche Vorteile.

Doch es gibt Grenzen der Erholung. Das Forschungszentrum Borstel zeigt in einer Studie zur Lungenflora: Rauchen stört das Mikrobiom der Atemwege dauerhaft. Die bakterielle Vielfalt sinkt, krankmachende Keime wie Haemophilus nehmen zu. Selbst nach einem Jahr Abstinenz kehren bestimmte Bakterienstämme nicht zurück.

Jugendliche greifen häufiger zu E-Zigaretten

Die Raucherquote in Deutschland bleibt uneinheitlich. Das Statistische Bundesamt zählte 2025 rund 19,1 Prozent Raucher ab 15 Jahren – Männer mit 22,4 Prozent deutlich häufiger als Frauen mit 15,8 Prozent. Die DEBRA-Studie kommt auf 33,7 Prozent rauchende Erwachsene.

Besonders alarmierend: 9,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen konsumierten 2025 Nikotinprodukte. 2021 waren es nur 6,1 Prozent. E-Zigaretten boomen: Rund 8 Prozent der 15-Jährigen nutzen sie täglich. Die AOK kritisiert, dass Deutschland im internationalen Public Health Index (PHI) unter 18 Ländern den letzten Platz belegt. Nötig seien strengere Werbeverbote und höhere Steuern.

Rauchen kostet nicht nur Gesundheit, sondern auch Vermögen

Die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten des Tabakkonsums liegen bei über 97 Milliarden Euro. Mehr als 127.000 Todesfälle gehen jährlich auf das Rauchen zurück.

Für den Einzelnen lohnt sich der Verzicht auch finanziell. Eine Analyse von Verivox zeigt: Wer 30 Jahre lang täglich eine Packung Zigaretten kauft, gibt rund 186.125 Euro aus. Wer denselben Betrag in einen ETF investiert, könnte nach Steuern auf ein Vermögen von etwa 482.000 Euro kommen.

Seit 2025 können gesetzlich Versicherte die Kosten für Entwöhnungsarzneimittel wie Nikotinpräparate oder Varenicilin von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen. Auch digitale Helfer wie die „NichtraucherHelden-App“ oder „Smoke Free“ gibt es auf Rezept. Das Problem: Nur wenige Ausstiegswillige nutzen diese Angebote – besonders in sozial belasteten Lebenslagen.

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