Steuerpaket, Merz

Steuerpaket Merz: Spitzensteuersatz ab 250.000 Euro, 10 Mrd. Entlastung

06.07.2026 - 07:51:25 | boerse-global.de

Das neue Steuerpaket der Bundesregierung entlastet Familien, erhöht aber die Abgaben für Spitzenverdiener und Immobilienbesitzer bei Erbschaften.

Steuerreform 2026: Entlastung für Familien, Mehrbelastung für Reiche
Steuerpaket - Ein detailliertes, stilisiertes Rechtsdokument oder Steuerformular mit einem unscharfen Hintergrund einer modernen Stadtlandschaft in der Dämmerung. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Familien entlastet werden, drohen Immobilienbesitzern und Top-Verdienern höhere Abgaben. Die Pläne sind ambitioniert – und umstritten.

Höhere Bewertungen bei Erbschaften

Für Erbfälle in den Jahren 2025 und 2026 greift eine neue Verkehrswertorientierung im Bewertungsrecht. Die Folge: Immobilien werden für die Erbschaftsteuer oft deutlich höher angesetzt als bisher. Grund sind aktualisierte Bodenrichtwerte und Vergleichskaufpreise.

Die persönlichen Freibeträge bleiben indes stabil. Ehegatten können weiterhin bis zu 500.000 Euro steuerfrei erben, Kindern 400.000 Euro pro Elternteil. Für Enkel liegen die Grenzen zwischen 200.000 und 400.000 Euro.

Wer diese Freibeträge überschreitet, zahlt in Steuerklasse I progressive Sätze zwischen 7 und 30 Prozent. Steuerexperten raten daher zu frühzeitiger Planung: Eine lebzeitige Übertragung unter Nießbrauchsvorbehalt kann die Last deutlich drücken.

Reformpaket mit 34 Punkten

Das Maßnahmenpaket der Regierung soll ab 2028 jährlich rund 10 Milliarden Euro Entlastung bringen. Kernstück ist die Reform der Einkommensteuer:

  • Entlastung der Mitte: Familien mit zwei Kindern und 60.000 Euro Haushaltseinkommen sollen rund 600 Euro pro Jahr sparen. Der Grundfreibetrag steigt.
  • Verschärfte Reichensteuer: Der Spitzensteuersatz von 45 Prozent greift künftig schon ab 250.000 Euro Jahreseinkommen. Ab 280.000 Euro sind 47 Prozent fällig.

Eine YouGov-Umfrage von Anfang Juli zeigt: 67 Prozent der Befragten befürworten höhere Steuern für Reiche, nur 20 Prozent lehnen sie ab. Kanzleramtschef Thorsten Frei verteidigt die Pläne: „Wir entlasten gezielt Familien und Einkommen unter 250.000 Euro."

Anzeige

Was viele Deutsche beim Thema Erben falsch machen – und wie Ihre Familie darunter leidet: Ein kostenloser Report zeigt, welche Fehler beim Testament häufig gemacht werden und wie Sie diese vermeiden. Berliner Testament, Patientenverfügung & Erbschaftstipps kostenlos sichern

Clevere Strategien für Vermögen

Um Steuerspielräume zu nutzen, gewinnen Kinderdepots an Bedeutung. Eltern können jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro schenkungsteuerfrei übertragen. Über mehrere Jahrzehnte lassen sich so immense Beträge steuerfrei an die nächste Generation weitergeben.

Wichtig dabei: Der Sparer-Pauschbetrag und der Grundfreibetrag des Kindes für Kapitalerträge bleiben nutzbar – solange die Einkommensgrenze für die Familienversicherung von rund 600 Euro monatlich nicht überschritten wird.

Für Land- und Forstwirte hat der Bundesfinanzhof Klarheit geschaffen: Entscheidend für Steuervergünstigungen ist die tatsächliche Nutzung der Flächen, nicht der Grundbucheintrag. Auch verpachtete Flächen können begünstigt sein, wenn der Pächter sie landwirtschaftlich bewirtschaftet.

Streit um die Erbschaftsteuer

Die Zukunft der Erbschaftsteuer bleibt ein politischer Zankapfel. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger forderte Anfang Juli die komplette Abschaffung – angeblich, um Investitionshemmnisse zu beseitigen. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch verweist dagegen auf ein anstehendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Die Entscheidung zur gerechten Ausgestaltung der Steuer wird für Ende 2026 erwartet.

Anzeige

Angesichts steigender Immobilienbewertungen und rechtlicher Unsicherheiten ist die rechtssichere Vorsorge für die eigene Familie wichtiger denn je. Geprüfte PDF-Vorlagen machen es möglich, den Nachlass ohne teuren Notar und juristisches Vorwissen selbst zu regeln. Kostenlosen Ratgeber für Nachlass und Vorsorge herunterladen

Das Reformpaket enthält weitere strukturelle Änderungen: einen Rentenkapitalfonds, die Verschärfung der Grundsicherung und den Wegfall der telefonischen Krankschreibung. Videosprechstunden bleiben aber erlaubt.

Blick nach Kalifornien

Auch international wird über Vermögenssteuern debattiert. In Kalifornien plant man ein Referendum am 3. November 2026. Thema: eine einmalige fünfprozentige Vermögenssteuer für Milliardäre. Betroffen wären Personen mit einem Nettovermögen von über einer Milliarde US-Dollar.

Gouverneur Newsom lehnt das Vorhaben ab. Die Bevölkerung sieht das anders: Umfragen signalisieren eine Mehrheit für die Abgabe. Die Einnahmen sollen in Gesundheit und Bildung fließen.

de | wissenschaft | 69701891 |