Tomaten, Hitze

Tomaten: Hitze steigert Lycopin-Aufnahme um bis zu 300%

14.06.2026 - 00:30:12 | boerse-global.de

Thermische Verarbeitung von Tomaten erhöht die Bioverfügbarkeit des schützenden Pflanzenstoffs Lycopin erheblich.

Tomaten: Hitze steigert Lycopin-Wirkung fürs Herz
Tomaten - Eine halbierte, leuchtend rote Tomate mit Wassertropfen auf dunklem Hintergrund. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Daten aus Juni 2026 unterstreichen ihre Bedeutung für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders der sekundäre Pflanzenstoff Lycopin steht im Fokus – seine Wirksamkeit hängt maßgeblich von der Zubereitung ab.

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Nährstoffprofil und antioxidative Wirkung

Mit einem Wasseranteil von 94 Prozent und nur 18 Kilokalorien pro 100 Gramm gilt die Tomate als kalorienarm, aber nährstoffdicht. Eine durchschnittliche Portion liefert 14 Milligramm Vitamin C sowie signifikante Mengen Kalium (237 mg) und Beta-Carotin. Diese Kombination unterstützt das Immunsystem, die Sehkraft und schützt die Zellen.

Das herausragende Merkmal ist das Carotinoid Lycopin. Je nach Sorte und Reifegrad schwankt der Gehalt zwischen 3 und 10 Milligramm pro 100 Gramm. Als Antioxidans neutralisiert Lycopin freie Radikale – die Fachliteratur bringt es wiederholt mit einem schützenden Effekt auf das Herz-Kreislauf-System in Verbindung.

Hitze macht den Unterschied

Untersuchungen Mitte Juni 2026 bestätigten erneut: Thermische Verarbeitung steigert die gesundheitlichen Vorteile von Tomaten. Anders als bei vielen Gemüsesorten erhöht Hitze die Bioverfügbarkeit von Lycopin, weil die Zellstrukturen aufbrechen. Experten unterscheiden vier wesentliche Methoden:

Kochen reduziert den Gehalt an Oxalsäure und macht Lycopin leichter verwertbar. Dämpfen weist im Vergleich zu Blanchieren oder Mikrowelle die höchste antioxidative Aktivität auf. Pfannenrühren mit Öl verbessert die Aufnahme des fettlöslichen Lycopins im Darm erheblich. Tomatenmark gilt durch starke Konzentration und Erhitzung als eine der effizientesten Lycopin-Quellen.

Trotz dieser Vorteile warnen Verbraucherschützer vor isoliertem Lycopin in Nahrungsergänzungsmitteln. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine akzeptable tägliche Aufnahmemenge von 0,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt.

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Hautpflege und Risiken

Neben dem Verzehr rückt die äußere Anwendung von Tomatenextrakten in den Fokus. Die enthaltenen Vitamine A, C und K sowie Antioxidantien können den Teint aufhellen und Hautunreinheiten reduzieren. Fachleute empfehlen eine Einwirkzeit von maximal fünf bis zehn Minuten. Menschen mit empfindlicher Haut sollten vorsichtig sein – Rötungen oder Brennen sind mögliche Nebenwirkungen.

Von Mischungen mit säurehaltigen Substanzen wie Zitrone oder Essig raten Experten ab. Auch auf entzündeter oder geschädigter Haut sollte man Tomaten nicht anwenden. Personen mit Histaminintoleranz oder Neigung zu Sodbrennen sollten ihren Konsum individuell anpassen.

Lagerung und Anbau

Die gesundheitliche Qualität beginnt bereits beim Anbau. Konkurrenzpflanzen wie Kohl, Fenchel oder Kartoffeln können das Wachstum und die Nährstoffaufnahme hemmen. Im Juni 2026 betonen Experten zudem die Bedeutung der Bestäubung: Tomaten sind Selbstbestäuber und benötigen Vibrationen zur Pollenfreisetzung – im geschützten Anbau unter Glas oft durch manuelles Rütteln.

Für den Erhalt von Vitaminen und Aroma nach der Ernte ist die Temperatur entscheidend. Der Kühlschrank schädigt die Zellstruktur und beeinträchtigt das Aroma. Bei Zimmertemperatur gelagerte Tomaten halten sich fünf bis sieben Tage.

Hinsichtlich der Schadstoffbelastung geben aktuelle Daten Entwarnung. Untersuchungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aus dem Jahr 2025 zeigten bei 65 Proben nur eine Überschreitung der Pestizid-Höchstmengen. Dennoch: Gründliches Waschen vor dem Verzehr wird aus hygienischen Gründen empfohlen.

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