WhatsApp-Benutzernamen: Indien stoppt Funktion bis 9. Juli
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 13:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Bis zum 9. Juli 2026 muss der Konzern auf Sicherheitsbedenken zur geplanten WhatsApp-Benutzernamen-Funktion reagieren. Meta sagte zu, die Funktion in Indien vorerst nicht einzuführen – zumindest bis die Gespräche mit den Behörden abgeschlossen sind.
Sicherheitsbedenken wegen Betrugsrisiken
Hintergrund der Verzögerung sind erhebliche Vorbehalte der indischen Regierung. Das IT-Ministerium warnt: Benutzernamen anstelle von Telefonnummern könnten das Risiko für Betrug, Phishing und Identitätsdiebstahl erhöhen. Besonders der sogenannte „Digital-Arrest-Betrug“ bereitet den Behörden Sorgen. Dabei geben sich Kriminelle unter falscher Identität als Beamte aus.
Ein Meta-Team traf sich bereits am 3. Juli mit Vertretern des Ministeriums. Im Fokus standen technische Details und Schutzmechanismen. Die indische Regierung prüft derzeit nicht nur WhatsApp – Berichten zufolge erhielten auch Telegram und Signal ähnliche Mitteilungen. Die Rückverfolgbarkeit von Nutzern rückt damit in den Mittelpunkt der indischen Digitalpolitik.
Indien: Der wichtigste Markt für WhatsApp
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Indien ist für WhatsApp der weltweit größte Markt. Die Nutzerbasis wird auf 500 bis 850 Millionen Menschen geschätzt. Die Entscheidung der indischen Behörden könnte daher einen Präzedenzfall schaffen – für die Handhabung privatsphärefreundlicher Funktionen weltweit.
Meta verweist in den Konsultationen auf bereits integrierte Schutzmaßnahmen. Die Vergabe eines Benutzernamens sei optional. Zudem plant der Konzern, Namen für Personen des öffentlichen Lebens zu reservieren. Verknüpfungen zu bestehenden Instagram- und Facebook-Profilen sollen die Authentizität gewährleisten.
Kritik am Vorgehen der Regierung
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Während die Regierung Sicherheitsaspekte betont, kommt Kritik von zivilgesellschaftlicher Seite. Die Internet Freedom Foundation bemängelt eine fehlende gesetzliche Grundlage für die geforderte Aussetzung. Dennoch bleibt der Rollout in Indien vorerst gestoppt.
In anderen Regionen hat die Einführung bereits begonnen – erste Nutzer können Namen reservieren. Eine vollständige Einführung in Indien wird frühestens für später im Jahr angestrebt. Voraussetzung: Eine Einigung mit der Regierung.
