Iran, USA

Iran droht bei neuen Angriffen mit Vergeltung

30.04.2026 - 14:42:35 | dpa.de

US-PrĂ€sident Trump erwĂ€gt angeblich neue Angriffe auf den Iran. Die Rohölpreise steigen. Die iranische FĂŒhrung will derweil die Amerikaner auf dem Grunde des Persischen Golfs sehen.

  • Der Iran droht bei Angriffen mit Vergeltung. (Archivbild) - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa
    Der Iran droht bei Angriffen mit Vergeltung. (Archivbild) - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa
  • Die USA haben aktuell drei FlugzeugtrĂ€ger in der Region. (Archivbild) - Foto: Giannis Angelakis/AP/dpa
    Die USA haben aktuell drei FlugzeugtrÀger in der Region. (Archivbild) - Foto: Giannis Angelakis/AP/dpa
  • Trump plant sich einem Medienbericht zufolge ĂŒber Einsatzoptionen seines MilitĂ€rs gegen den Iran informieren lassen. (Archivbild) - Foto: Matt Rourke/AP/dpa
    Trump plant sich einem Medienbericht zufolge ĂŒber Einsatzoptionen seines MilitĂ€rs gegen den Iran informieren lassen. (Archivbild) - Foto: Matt Rourke/AP/dpa
Der Iran droht bei Angriffen mit Vergeltung. (Archivbild) - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa Die USA haben aktuell drei FlugzeugtrĂ€ger in der Region. (Archivbild) - Foto: Giannis Angelakis/AP/dpa Trump plant sich einem Medienbericht zufolge ĂŒber Einsatzoptionen seines MilitĂ€rs gegen den Iran informieren lassen. (Archivbild) - Foto: Matt Rourke/AP/dpa

Der Iran droht angesichts von US-Überlegungen fĂŒr neue MilitĂ€rschlĂ€ge mit Vergeltung. In einer seiner seltenen Äußerungen ließ der oberste FĂŒhrer Modschtaba Chamenei erklĂ€ren, der Iran werde seine Atom- und RaketenkapazitĂ€ten zu schĂŒtzen wissen. «Neunzig Millionen iranische BĂŒrger im In- und Ausland betrachten alle Atom- und RaketenfĂ€higkeiten als nationales Gut und werden sie wie ihre See-, Land- und Luftgrenzen verteidigen», hieß es in einer Rede, die im staatlichen Fernsehen in Teheran verlesen wurde.

Zugleich wurden erneut Drohungen gegen die PrĂ€senz der US-StreitkrĂ€fte am Persischen Golf ausgesprochen. «Außenstehende, die aus Tausenden Kilometern Entfernung kommen und dort Unruhe stiften, haben keinen Platz unter uns – außer auf dem Grund seiner GewĂ€sser», hieß es. 

Seit seiner Ernennung zum obersten FĂŒhrer des Irans ist Modschtaba Chamenei nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Laut Aussage der US-Regierung ist er verletzt. NĂ€here Informationen gibt es bislang nicht.

Iranische Marine droht wegen US-Seeblockade

Auch die iranische Marine drohte den US-Truppen wegen deren Seeblockade gegen den Iran. Der Iran habe die Straße von Hormus geschlossen, zitierte der iranische Fernsehsender Press TV den Marine-Chef Scharam Irani. «Sollten sie sich weiter nĂ€hern, werden wir unverzĂŒglich operative Maßnahmen ergreifen», sagte er ĂŒber die US-Marine. Diese hindert Schiffe derzeit daran, iranische HĂ€fen anzusteuern oder aus ihnen auszulaufen. 

Das iranische MilitĂ€r werde den Feind bald mit einer Waffe angreifen, «vor der er große Angst hat», kĂŒndigte Irani an. Um welche Art von Waffe es sich dabei handeln soll, sagte er nicht. Bislang haben die Vereinigten Staaten mit ihrer Blockade nach eigenen Angaben 42 Schiffe gestoppt und den Iran um etwa sechs Milliarden US-Dollar Einnahmen aus dem Ölexport gebracht.

US-Regierung erwĂ€gt neuen Ansatz bei Straße von Hormus

Unterdessen versucht die US-Regierung unter PrĂ€sident Donald Trump Kreisen zufolge einen neuen Ansatz. Ein neues Koordinierungsgremium solle die «Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und unseren VerbĂŒndeten in der Straße von Hormus erleichtern», teilte ein ranghoher Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit.

Konkret soll das «Maritime Freedom Construct» den Informationsaustausch unter den noch nicht genannten Alliierten ermöglichen und «diplomatische sowie wirtschaftliche Maßnahmen abstimmen», um den Iran im Falle einer weiteren Blockade der Meerenge zu sanktionieren. Welche LĂ€nder genau teilnehmen sollen und ob etwa Deutschland angefragt wurde, war zunĂ€chst unklar. Das US-MilitĂ€r solle unterdessen die Seeblockade von Schiffen, die iranische HĂ€fen anlaufen oder verlassen, aufrechterhalten.

Medien: Trump lĂ€sst sich ĂŒber mögliche MilitĂ€rschlĂ€ge informieren

Derzeit gilt zwischen dem Iran und den USA eine Waffenruhe. Verhandlungen ĂŒber eine Beilegung des Konflikts stocken aber. Trump sagte am Mittwoch, es habe zwar Fortschritte gegeben, ein Durchbruch sei aber bisher nicht erreicht. Eine Einigung werde es nur geben, wenn Teheran vollstĂ€ndig auf Atomwaffen verzichte.

Das US-Nachrichtenportal «Axios» berichtete, dass Trump am Donnerstag vom MilitĂ€r ĂŒber neue militĂ€rische Optionen gegen den Iran informiert werden solle. Dieses Briefing signalisiert «Axios» zufolge, dass der PrĂ€sident darĂŒber nachdenke, wieder grĂ¶ĂŸere KampfeinsĂ€tze aufzunehmen – entweder um die festgefahrenen Verhandlungen zu durchbrechen oder um der Islamischen Republik einen letzten Schlag zu versetzen, bevor der Krieg beendet werde. Wahrscheinlich wĂŒrden die Ziele auch zivile Infrastruktur umfassen, hieß es. 

Experte warnt vor neuen US-Angriffen

Angesichts dieses Berichts warnte ein Experte vor zu großen Erwartungen und wachsender InstabilitĂ€t. «Es gibt keine schnelle militĂ€rische Lösung fĂŒr das Iran-Problem», schrieb Danny Citrinowicz, einer der fĂŒhrenden Iran-Kenner, auf der Plattform X. Washington suche vermutlich nach einem entscheidenden Schlag, der den Iran zur Kapitulation zwingen solle. «Das wird nicht funktionieren.» Was 40 Tage andauernde Angriffe nicht erreicht hĂ€tten, werde sich nicht plötzlich durch Angriffe in der Straße von Hormus, durch Attentate auf hochrangige Persönlichkeiten oder gar durch Angriffe auf zivile Infrastruktur vollbringen lassen.

Rohölpreis auf höchstem Stand seit vier Jahren

In dieser unsicheren Lage stieg der Preis fĂŒr Öl der Nordseesorte Brent am Donnerstag auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Ein Barrel (159 Liter) mit Lieferung zum Juni kostete 126,41 US-Dollar und damit sieben Prozent mehr als am Vortag. So teuer war Brent zuletzt Anfang 2022. Am Nachmittag fiel der Preis wieder leicht. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich Öl der weltweiten Referenzsorte Brent um etwas mehr als 70 Prozent verteuert. Auch andere Ölpreise wie der fĂŒr die US-Sorte WTI legten Ă€hnlich zu.

US-FlugzeugtrÀger soll aus dem Nahen Osten abziehen 

Der grĂ¶ĂŸte FlugzeugtrĂ€ger der US-Marine, die «USS Gerald R. Ford», soll Medienberichten zufolge bald den Nahen Osten verlassen. In den kommenden Tagen werde er in Richtung USA aufbrechen, berichtete unter anderem die «Washington Post» unter Berufung auf mehrere US-Beamte. Der monatelange Einsatz auf See habe seine Spuren hinterlassen – zurĂŒck im Hafen werde das Schiff voraussichtlich umfangreiche Reparaturen und Wartungsarbeiten durchlaufen, schrieb die Zeitung.

Die USA hatten ihre MilitĂ€rprĂ€senz in der Region erst jĂŒngst mit dem FlugzeugtrĂ€ger «USS George H.W. Bush» aufgestockt. Erstmals seit 2003 seien damit drei US-FlugzeugtrĂ€ger gleichzeitig im Nahen Osten im Einsatz, hieß es vergangene Woche vom zustĂ€ndigen US-Regionalkommando (Centcom).

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