Gesundheit, Parteien

DAK: Pflegereform belastet Heimbewohner mit bis zu 20.000 Euro

15.05.2026 - 16:07:25 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Chef der Krankenversicherung DAK, Andreas Storm, fordert Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auf, ihre geplante Pflegereform zu ĂŒberdenken.

Vorstellung DAK-Pflegereport (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Vorstellung DAK-Pflegereport (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Ich fordere die Bundesregierung auf, dass sie diesen pflegepolitischen Kahlschlag sofort stoppt und einen neuen Anlauf fĂŒr eine Pflegereform startet", sagte er dem "Tagesspiegel" fĂŒr dessen Samstagausgabe.

Ohne Reformen droht der sozialen Pflegeversicherung in den kommenden zwei Jahren ein Defizit von ĂŒber 22 Milliarden Euro. Warken will deshalb noch Mitte Mai ein Sparpaket vorlegen. Einzelne Punkte ihres Konzepts sind jedoch bereits durchgesickert. Warken will unter anderem bei den ZuschĂŒssen fĂŒr die Heimunterbringung sparen. "Eine Möglichkeit ist, die GewĂ€hrung der ZuschĂŒsse zu strecken", sagte die Ministerin vergangene Woche der "Rheinischen Post".

FĂŒr die DAK hat der Pflegeexperte Heinz Rothgang von der UniversitĂ€t Bremen nun die dadurch entstehende zusĂ€tzliche Belastung fĂŒr Heimbewohner berechnet. Laut seinem Gutachten wĂŒrde der Eigenanteil von Betroffenen im Schnitt um 161 Euro pro Monat steigen. Über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren kĂ€men auf die Bewohner zusĂ€tzliche Kosten von knapp 20.000 Euro zu.

Derzeit mĂŒssen Heimbewohner im Schnitt einen Eigenanteil von 3.200 Euro pro Monat zahlen. Hierauf gewĂ€hrt die Pflegeversicherung aber ZuschĂŒsse, die mit der Dauer der Heimunterbringung zunehmen. Im ersten Jahr werden den Bewohnern 15 Prozent der Kosten erstattet. Im zweiten Jahr 30 Prozent und im dritten Jahr 50 Prozent. Ab dem vierten Jahr ĂŒbernimmt die Pflegeversicherung 70 Prozent der Kosten. Laut einem Bericht des "RND" will das Gesundheitsministerium Betroffenen kĂŒnftig die erste Erhöhung erst nach 18 Monaten gewĂ€hren, die zweite Erhöhung erst nach drei Jahren und die maximale Förderung von 70 Prozent soll es erst nach viereinhalb Jahren geben. Auf dieses Szenario stĂŒtzt Rothgang seine Berechnung.

Andreas Storm geht zudem davon aus, dass Warken auch die RentenansprĂŒche von pflegenden Angehörigen halbieren will. "Das Armutsrisiko Pflege wĂŒrde durch die Reform weiter zunehmen", sagte er. Diese Maßnahmen wĂŒrden "die Pflegekrise nicht lösen, sondern noch einmal drastisch verschĂ€rfen".

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