DASH-Diät: Blutdruck sinkt um 11 mmHg, Demenz-Risiko um 41%
06.07.2026 - 10:55:01 | boerse-global.de
Eine wachsende Zahl von Studien zeigt: Wer ohne ärztliche Diagnose zu Nahrungsergänzungsmitteln greift, tut sich nicht zwingend etwas Gutes. Unter bestimmten Umständen kann die Einnahme sogar schaden.
Knochenschutz: Vitamin D und Kalzium enttäuschen
Eine der größten Metaanalysen zum Thema, veröffentlicht im British Medical Journal, wertete 69 randomisierte Studien mit über 153.000 Erwachsenen aus. Das Ergebnis: Bei gesunden Menschen bieten Vitamin D und Kalzium keinen signifikanten Schutz vor Knochenbrüchen oder Stürzen.
Kalzium zeigte allenfalls eine minimale Reduktion des Frakturrisikos, Vitamin D praktisch keinen messbaren Effekt. Die U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) rät daher von einer routinemäßigen Einnahme ab. Sinnvoll ist eine Supplementierung laut Experten nur bei diagnostiziertem Mangel, Osteoporose oder nach bereits erlittenen Frakturen.
Prof. Dr. Osman Erk warnt zudem vor den Folgen einer Überdosierung: Eine Hyperkalzämie könne Arterienverkalkung, Herzrhythmusstörungen und Nierensteine begünstigen.
Vitamin B12: Wirkung braucht Zeit
Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel – die Aufnahmefähigkeit des Körpers lässt nach. Eine Supplementierung kann dann nötig sein. Doch die Wirkung setzt nicht sofort ein.
Blutbildende Symptome bessern sich meist nach zwei bis vier Wochen. Neurologische Beschwerden benötigen zwei bis drei Monate, eine vollständige Genesung kann drei bis sechs Monate dauern.
Forscher warnen jedoch vor extrem hohen Dosen. Eine Untersuchung von 2019 zeigte, dass sehr hohe B12-Konzentrationen das Wachstum vorhandener Krebszellen fördern könnten. Eine Studie von 2023 wies zudem nach, dass hohe Dosen der Antioxidantien A, C und E die Blutgefäßbildung in Tumoren aktivieren können. Die Deutsche Krebsgesellschaft rät daher von einer Supplementierung ohne nachgewiesenen Mangel ab.
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Glucosamin: Risiko für das Gehirn
Eine Langzeitstudie der University of Florida (2012–2024) kommt zu alarmierenden Ergebnissen: Bei Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen steigt das Alzheimer-Risiko durch Glucosamin um 25 Prozent. Bei bestehender Demenz erhöht sich das Sterberisiko um denselben Wert.
Im Mausmodell führten täglich 2.500 mg bereits nach zwei Wochen zu vermehrten Zuckerstrukturen im Gehirn und einer Verschlechterung der Gedächtnisleistung. Die Effekte waren nach Absetzen des Präparats reversibel.
Dr. Sibel I??k weist zudem auf die Gefahr fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) hin: Sie können sich im Körper anreichern und bis zum Leberversagen führen.
Gesunde Ernährung als Alternative
Statt isolierter Nährstoffgaben empfehlen Mediziner zunehmend ganzheitliche Ernährungsmodelle. Die American Diabetes Association (ADA) betont 2026 die Wirksamkeit einer individualisierten Ernährungstherapie bei Diabetes. Eine mediterrane oder pflanzenbasierte Kost könne den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetes um 0,3 bis 2 Prozent senken.
Prof. Katharina Timper von der TU München fordert, Ernährungstherapie verstärkt als Kassenleistung zu etablieren.
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Auch zur Blutdrucksenkung liegen Daten vor: Die DASH-Diät senkte in Studien den systolischen Blutdruck um etwa 11 mmHg. Eine Untersuchung im Fachmagazin JAMA Neurology mit 160.000 Erwachsenen zeigte zudem, dass eine konsequente DASH-Ernährung das Risiko für kognitiven Abbau um 41 Prozent reduzieren kann.
Die Botschaft der Mediziner ist klar: Supplemente nur nach klinischer Labordiagnostik und unter ärztlicher Aufsicht. Die Basis der Prävention bleibt eine ausgewogene Ernährung.
