Melatonin, Metaanalyse

Melatonin: Metaanalyse belegt Schmerzlinderung um 9 Punkte

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 13:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen Potenzial von Melatonin und Cannabis bei chronischen Schmerzen. Interventionelle Verfahren und Bewegungstherapie gewinnen an Bedeutung.

Schmerztherapie im Wandel: Melatonin, Cannabis und neue Verfahren
Eine Hand berührt sanft den unteren Rücken einer Person, umgeben von beruhigendem Licht und angedeuteten natürlichen Heilmitteln. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während klassische Mittel wie Ibuprofen bei vielen Beschwerden versagen, zeigen aktuelle Studien das Potenzial alternativer Ansätze.

Melatonin: Mehr als nur ein Schlafmittel

Das als Schlafhormon bekannte Melatonin könnte eine neue Rolle in der Schmerztherapie spielen. Eine Metaanalyse der Universität Sydney, veröffentlicht im Fachjournal „Pain“, wertete 23 klinische Studien mit über 2.000 Teilnehmern aus. Das Ergebnis: Bei chronischen Beschwerden des Bewegungsapparats senkte Melatonin die Schmerzintensität um etwa neun Punkte auf einer Skala von 0 bis 100.

Die Wirkung sei damit vergleichbar mit Opioiden oder NSAR, so Studienautor Dr. Kangchao Wu. Allerdings zeigte sich bei akuten postoperativen Schmerzen kein Effekt. Experten betonen: Für Nervenschmerzen braucht es Alternativen zu klassischen Wirkstoffen wie Ibuprofen.

Cannabis: Wirksam, aber schwer erreichbar

Medizinisches Cannabis bleibt ein wichtiges Thema, besonders bei chronischen Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfällen. THC und CBD blockieren Schmerzsignale, hemmen Entzündungen und entspannen Muskeln. Über 60 Prozent der Patienten erfahren eine deutliche Linderung, so aktuelle Studien.

Doch der Zugang wird schwieriger. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz strich getrocknete Cannabisblüten aus der Erstattung – betroffen sind schätzungsweise 65.000 Patienten. Als einziges zugelassenes Fertigarzneimittel bleibt Exilby. Der ehemalige GBA-Chef Josef Hecken empfahl das Präparat in einer Anhörung des Gesundheitsausschusses. Verbände kritisieren die Neuregelung scharf und bezeichnen die Einsparziele als nicht fundiert.

Anzeige

Chronische Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden erfordern oft mehr als nur Medikamente. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 17 einfache Übungen, die in nur 3 Minuten täglich helfen, Beschwerden vorzubeugen und gezielt Muskeln aufzubauen. 17 sofort umsetzbare Übungen jetzt kostenlos entdecken

Wenn Operationen keine Option mehr sind

Neben Medikamenten gewinnen interventionelle Verfahren an Bedeutung. Ein Beispiel aus dem Zentralkrankenhaus Can Tho: Ärzte behandelten einen 81-jährigen Patienten mit chronischen Rückenschmerzen per röntgengesteuerter Schmerztherapie. Die Schmerzreduktion: 80 Prozent. Dr. Nguyen Huu Nghiem sieht darin eine effektive Option für Patienten mit Schmerzsyndromen nach vorangegangenen Operationen.

Auch der Lebensstil spielt eine zentrale Rolle. Eine randomisierte Studie der University of Pittsburgh mit 130 Erwachsenen zeigt: 150 Minuten moderates bis intensives Ausdauertraining pro Woche senken über zwölf Monate den Cortisolspiegel signifikant. Chronischer Stress und hohe Hormonspiegel verstärken nämlich die Schmerzwahrnehmung.

Anzeige

Wenn herkömmliche Therapien an ihre Grenzen stoßen, bietet die Naturheilkunde oft überraschende Alternativen zur Schmerzlinderung. Erfahren Sie in diesem bebilderten Guide, wie Sie mit einem speziellen 3-Finger-Trick über 100 Druckpunkte aktivieren, um Ihre Mobilität zurückzugewinnen. Kostenlosen Arthrose-Druckpunkt-Guide hier anfordern

Grenzfragen: Recht am Lebensende

Die Betrachtung von unerträglichen Schmerzen erreicht auch die Gesetzgebung. Frankreichs Nationalversammlung stimmte für die Legalisierung des assistierten Suizids. Das Gesetz erlaubt volljährigen Patienten mit unheilbaren, lebensbedrohlichen Krankheiten und unerträglichen Schmerzen Hilfe beim Sterben. Ein Arzt entscheidet innerhalb von 15 Tagen, der Patient hat zwei Tage Bedenkzeit.

In Deutschland läuft parallel ein Prozess vor dem Landgericht Hannover. Ein Mediziner der Medizinischen Hochschule Hannover soll 2019, 2020 und 2025 schwer kranke Patienten mit Medikamenten getötet haben. Die Verteidigung spricht von zulässigen Maßnahmen im Rahmen der Sterbebegleitung.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69786972 |